ADMINISTRATING REFUGE /////// FLUCHT VERWALTEN - P1 ///////























 
Michael Stoll’s work aim at the intercept of art and architecture, always accompanied with
a hint of critical impetus. While his last works focused on travelling and seeking refuge, his
later work now processes the procedures thereafter. Hopes and expectations of refugees
bluntly contrast with the administrative reality refugees are facing at their destination. How
does often cited “Willkommenskultur”, pro-refugee attitude, manifest itself?





 
















 Fotografien: Caroline Bollig ©


























 Fotografien: Caroline Bollig ©





 




































Fotografien: Caroline Bollig ©





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WELCOME illustrates the contrast between emotional stories of migration and the bureaucratic hurdles of the Berlin initial reception facility LAGESO.

Michael Stoll's work focuses on the frustation to build a bridge between these two opposites. On the one hand a detail-focused, highly bureaucratic administration, where digits used to represent human fate. Now being confronted with life stories, not being able to fill the form like it's supposed to. Human fates which ask for empathy and human gestures instead.

While LAGESO's work is based on the systematic, rational pieces of a migration story, the 3D printed migration pieces represent the emotions leading to and acompanying a migration. Text: Leonie Lydorf // Translation: Lissy Langer








WELCOMEWELCOME







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Fotos: Carolin Bollig








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Fluchten

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Flucht und Reise, Heimat und Fremde – Schlagworte, die die aktuelle Arbeit von Michael Stoll beschreiben. Doch wie gehören sie zusammen und wo stossen sie sich ab? Flucht und Reise – beides sind Bewegungen in die Fremde, aber mit völlig verschiedenen Beweg-Gründen: Die Reise geschieht aus der Neugier am Fremden, der Lust des Fremd-Seins. Vielleicht auf der Suche nach dem utopischen Paradies, oder der dekadenten Flucht vor Alltag und Langeweile. Dabei bleibt die Heimat aber stets als Ort des Ursprungs, der sicheren Heimkehr. Die Bewegung des Flüchtens hingegen entsteht aus Not und existenzieller Sorge. Die Heimat wird zum unmöglichen Sehnsuchtsort. Das Fremde wird gleichermassen belegt mit der Angst des Fremd-Seins sowie Hoffnung auf eine sichere Zukunft, ein besseres Leben, eine neue Heimat?

Michael Stolls jüngster Arbeit LAGESO kann man sich sehr gut mit Hilfe von Jürgen Habermas nähern: Dieser unterscheidet zwischen Lebenswelt und System. Die Lebenswelt zeichnet sich durch sprachliche Verständigung aus und basiert auf dem, was uns Menschen von anderen Lebewesen unterscheidet: In einer sprachlichen Auseinandersetzung sind wir in der Lage, uns durch gute Argumente, rationaler oder emotionaler Art, überzeugen zu lassen. Ein System hingegen repräsentiert einen bestimmten funktionalen Bereich unserer Gesellschaft in dem die kommunikative Verständigung durch binäre Codes ersetzt ist: 1 oder 0, drinnen oder draussen. An bestimmten Stellen einer Gesellschaft prallen diese beiden Komponenten aufeinander. Einer dieser Orte ist das Landesamt für Gesundheit und Soziales in Berlin. Hier findet die Erstregistrierung von Geflüchteten statt, hier werden die Asylanträge gestellt und bearbeitet. Die bürokratischen Strukturen dieser Behörde sind, wie in allen Verwaltungen, systemisch organisiert. In den auszufüllenden Formularen gibt es die Möglichkeit, Ja oder Nein anzukreuzen. Ein definierter Asylgrund wird erfüllt oder nicht – aber eben nicht ein bisschen. Gleichzeitig bewegen sich in diesem System Menschen mit Schicksalen. Mit komplexen, umwegigen Lebensläufen. Mit rationalen und emotionalen Fluchtgründen.

Michael Stolls Arbeit befasst sich mit der Unmöglichkeit, diese beiden Komponenten mit einander zu Verständigen. Einer bis ins kleinste Detail ausdifferenzierten, höchst bürokratischen Verwaltungsstelle, hinter deren Bearbeitungsnummern Menschen stehen, deren Lebensgeschichten sich nicht in Formulare pressen lassen. Deren Einzelschicksale Empathie und Menschlichkeit verlangen. Text: Leonie Lydorf, Soziologin


Pressetext zur Ausstellung: vebikus/pressetext
Weitere Informationen unter: stolm4/aktuell / www.vebikus.ch











Fluchten






 
  

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Mehr Infos unter: Ausstellungen










 







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Michael Stoll _ stolm4 Michael Stoll _ stolm4


Michael Stoll _ stolm4





Michael Stolls Installation fängt das burmesische Marktgeschehen ein und inszeniert es in einer urbanen Umgebung, auf dem Parkdeck der Neukölln Arcaden. Dadurch werden Fragen nach den globalen Zusammenhängen des Handels aufgeworfen.

Myanmar ist der Markt Dreh- und Angelpunkt in Sachen Nahrung. Hier werden Waren von Großhändlern umgeschlagen, genauso wie die des kleinen Bauern. Gleichzeitig ist der Markt auch Ort der Nahrungsaufnahme und Schauplatz des sozialen Lebens: Es werden Neuigkeiten und Informationen ausgetauscht; die Ärmsten bitten um Spenden, Nonnen und Mönche sammeln Almosen. Die Installation zeigt eine abstrahierte Version Burmesischer Häuser, in die aus Holz gefräste Bilder eingefügt sind. Leonie Lydorf


Installation: Holz, gesägt, geleimt  |  5 Stk. | 72 x 80 x 100 cm - 100 x 120 x 140 cm | stolm4 _ Michael Stoll | Juni 2016 | 48h Neukölln       
Bilder: Schichtholz, CNC- gefräst und koloriert | 














Michael Stoll _ stolm4Michael Stoll _ stolm4



Michael Stoll _ stolm4