ADMINISTRATING REFUGE /////// FLUCHT VERWALTEN - P1 ///////























 
 



Michael Stoll’s work aim at the intercept of art and architecture, always accompanied with a hint of critical impetus. While his last works focused on travelling and seeking refuge, his later work now processes the procedures thereafter. Hopes and expectations of refugees bluntly contrast with the administrative reality refugees are facing at their destination. How does often cited “Willkommenskultur”, pro-refugee attitude, manifest itself?

In 2015, researchers from the Heidelberg Institute for International Conflict Research counted 424 political conflicts globally. This, being the highest number of conflicts since the Institute started its work in the beginning of the 1990s. In 2016, the number of refugees globally, for the first time, exceeded the number of 60 million people. At the end of 2016, the UN Refugee Agency UNHCR estimated that about 65.6 million people are seeking refuge due to war, despotism or poverty. Due to the numbers of refugees reaching Europe, the topic not only found its way into people’s conscious but also onto the political agenda, even though only the tiny tip of the ice berg, 722,370 people according to the Federal Ministry of the Interior, filed an application for asylum in Germany in 2016.

In his work LAGESO, Michael Stoll addresses one of the focal points of the recent refugee debate. One can easily approach this work with Jürgen Habermas. Habermas differentiates between lifeworlds and systems. Lifeworlds can be characterized by vocal communication, the factor which differentiates us from other species: In conversations we can exchange arguments of rational and emotional kind to make our point. A system on the other hand, represents a certain functional area of a society. An area where communication is represented by binary code, either you are or you are not.

From time to time these two components of our society clash. One of these places is the LAGESO in Berlin. Here, the primary registration of refugees takes place, asylum applications are filed and processed. The administrative structures of LAGESO follow a systematic approach, likewise all administrations. In all forms to be filled out, only yes or no boxes can be ticked. You can comply with a predefined reason for seeking asylum or not – but not to a certain extent. At the same time administrative processes represent real people. People with complex non-linear fates. People with rational and emotional reasons to take refuge.

Michael Stoll’s work focuses on the challenges to bring these two components in agreement. On the one hand an administration with tiny fanatic details and bureaucratic hurdles of many kinds, an administration which’s process IDs stand for real people. People which’s fates do not fit the given boxes to tick. People which’s fates are in need of empathy and humanity. // Text: Leonie Lydorf / Translation: Lissy Langer






 
















 Fotografien: Caroline Bollig ©





























 Fotografien: Caroline Bollig ©





 














































































Fotografien: Caroline Bollig ©





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WELCOME illustrates the contrast between emotional stories of migration and the bureaucratic hurdles of the Berlin initial reception facility LAGESO.

Michael Stoll's work focuses on the frustation to build a bridge between these two opposites. On the one hand a detail-focused, highly bureaucratic administration, where digits used to represent human fate. Now being confronted with life stories, not being able to fill the form like it's supposed to. Human fates which ask for empathy and human gestures instead.

While LAGESO's work is based on the systematic, rational pieces of a migration story, the 3D printed migration pieces represent the emotions leading to and acompanying a migration. Text: Leonie Lydorf // Translation: Lissy Langer








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Fotos: Carolin Bollig








/////// FLUCHTEN ///////


Fluchten

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Flucht und Reise, Heimat und Fremde – Schlagworte, die die aktuelle Arbeit von Michael Stoll beschreiben. Doch wie gehören sie zusammen und wo stossen sie sich ab? Flucht und Reise – beides sind Bewegungen in die Fremde, aber mit völlig verschiedenen Beweg-Gründen: Die Reise geschieht aus der Neugier am Fremden, der Lust des Fremd-Seins. Vielleicht auf der Suche nach dem utopischen Paradies, oder der dekadenten Flucht vor Alltag und Langeweile. Dabei bleibt die Heimat aber stets als Ort des Ursprungs, der sicheren Heimkehr. Die Bewegung des Flüchtens hingegen entsteht aus Not und existenzieller Sorge. Die Heimat wird zum unmöglichen Sehnsuchtsort. Das Fremde wird gleichermassen belegt mit der Angst des Fremd-Seins sowie Hoffnung auf eine sichere Zukunft, ein besseres Leben, eine neue Heimat?

Michael Stolls jüngster Arbeit LAGESO kann man sich sehr gut mit Hilfe von Jürgen Habermas nähern: Dieser unterscheidet zwischen Lebenswelt und System. Die Lebenswelt zeichnet sich durch sprachliche Verständigung aus und basiert auf dem, was uns Menschen von anderen Lebewesen unterscheidet: In einer sprachlichen Auseinandersetzung sind wir in der Lage, uns durch gute Argumente, rationaler oder emotionaler Art, überzeugen zu lassen. Ein System hingegen repräsentiert einen bestimmten funktionalen Bereich unserer Gesellschaft in dem die kommunikative Verständigung durch binäre Codes ersetzt ist: 1 oder 0, drinnen oder draussen. An bestimmten Stellen einer Gesellschaft prallen diese beiden Komponenten aufeinander. Einer dieser Orte ist das Landesamt für Gesundheit und Soziales in Berlin. Hier findet die Erstregistrierung von Geflüchteten statt, hier werden die Asylanträge gestellt und bearbeitet. Die bürokratischen Strukturen dieser Behörde sind, wie in allen Verwaltungen, systemisch organisiert. In den auszufüllenden Formularen gibt es die Möglichkeit, Ja oder Nein anzukreuzen. Ein definierter Asylgrund wird erfüllt oder nicht – aber eben nicht ein bisschen. Gleichzeitig bewegen sich in diesem System Menschen mit Schicksalen. Mit komplexen, umwegigen Lebensläufen. Mit rationalen und emotionalen Fluchtgründen.

Michael Stolls Arbeit befasst sich mit der Unmöglichkeit, diese beiden Komponenten mit einander zu Verständigen. Einer bis ins kleinste Detail ausdifferenzierten, höchst bürokratischen Verwaltungsstelle, hinter deren Bearbeitungsnummern Menschen stehen, deren Lebensgeschichten sich nicht in Formulare pressen lassen. Deren Einzelschicksale Empathie und Menschlichkeit verlangen. Text: Leonie Lydorf, Soziologin


Pressetext zur Ausstellung: vebikus/pressetext
Weitere Informationen unter: stolm4/aktuell / www.vebikus.ch











Fluchten






 
  

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Mehr Infos unter: Ausstellungen










 







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/////// TRAIDINGHOUSE ///////

 


Michael Stoll _ stolm4 Michael Stoll _ stolm4


Michael Stoll _ stolm4





Michael Stolls Installation fängt das burmesische Marktgeschehen ein und inszeniert es in einer urbanen Umgebung, auf dem Parkdeck der Neukölln Arcaden. Dadurch werden Fragen nach den globalen Zusammenhängen des Handels aufgeworfen.

Myanmar ist der Markt Dreh- und Angelpunkt in Sachen Nahrung. Hier werden Waren von Großhändlern umgeschlagen, genauso wie die des kleinen Bauern. Gleichzeitig ist der Markt auch Ort der Nahrungsaufnahme und Schauplatz des sozialen Lebens: Es werden Neuigkeiten und Informationen ausgetauscht; die Ärmsten bitten um Spenden, Nonnen und Mönche sammeln Almosen. Die Installation zeigt eine abstrahierte Version Burmesischer Häuser, in die aus Holz gefräste Bilder eingefügt sind. Leonie Lydorf


Installation: Holz, gesägt, geleimt  |  5 Stk. | 72 x 80 x 100 cm - 100 x 120 x 140 cm | stolm4 _ Michael Stoll | Juni 2016 | 48h Neukölln       
Bilder: Schichtholz, CNC- gefräst und koloriert | 














Michael Stoll _ stolm4Michael Stoll _ stolm4



Michael Stoll _ stolm4



























 

/////// BLINDER SPOT EXTENDED ///////

stolm4 _ Michael Stoll

































































 


Den Reisenden zieht es in die Ferne, um das unverfälschte Andere zu entdecken. Doch wie der Reisende in der Sonne seinen Schatten wirft, verändert er die Fremde in dem Augenblick seiner Anwesenheit. Das ‚Authentische’ erlischt in dem Moment seines Erscheinens. Mit diesem Makel des Reisens befasst sich Michael Stoll in seiner Konzeption des blinden Flecks.

Die Ausstellung besteht aus einer räumlichen Einheiten. Michael Stoll zeigt verschiedene Arbeiten, die aus den Eindrücken seiner Weltreise entstanden. Grossformatige, aus Holz gefrässte Bilder der Serie Handwerk treffen auf mit Farbstift und Acryl, zum Teil kindlich-intuitiv, zum teil detailliert-präzise eingefangene Momentaufnahmen ferner Kulturräume. Als blinde Flecken, als das, was dem Reisenden immer verborgen bleiben wird, schweben Metallarbeiten vor den Bildern. Sie verdecken einen Teil des Sujets und nehmen so Raum ein, sie werfen den Schatten der Erwartungen des Reisenden, der Spuren in seiner Umgebung hinterlässt. Bilder aus der Serie Global Postcards ergänzen die Ausstellung mit vermeintlich romantischen Sujets aus verschiedenen Ländern. Zusätzlich erzeugen Strukturobjekte eine Dreidimensionalität, die es dem Betrachter ermöglichen, einen neuen ‚kulturellen Raum’ zu betreten. Text: Leonie Lydorf 2016








stolm4 _ Michael Stoll








Michael Stoll _ stolm4

Michael Stoll _ stolm4



Picture 1- 4 | Blind Spot
Installation, Mixed Media | 700 x 500 x 250 cm | August 2016 | Galerie Tempogarage, Schaffhausen - CH
stolm4 _ Michael Stoll | Preis auf Anfrage










STRUKTUROBJEKT 05












Bilder 1 - 6 | Strukturobjekt | September 2005 
Michael Stoll _ stolm4 | Photographie: Michael Stoll
















 
 
Diese Arbeit von Michael Stoll wurde 2005 in Biel ausgestellt. 
Es handelt sich dabei um eine grossformatige Installation aus 
Holzlatten. Aus einem geordne­ten inneren Kern brechen immer 
mehr Elemente aus, die den Kern in unregelmässiger Weise 
über­wuchern. Michael Stoll spielt hier mit dem Kontrast von 
Ordnung und Chaos: Welches ist das domi­nante Prinzip?  
Text | Leonie Lydorf | Juni 2012